Probleme/Lösungsansätze „Oberhofen“

                                                                                                                                                                                                         

 

Oberhofen …

 … ist ein schönes, ja ein gutes Dorf zum Wohnen. Wir haben den See und die Berge und – in der Regel – zufriedene Einwohnerinnen und Einwohner. Eigentlich könnten wir alle zufrieden, ja sogar dankbar, sein, dass wir hier wohnen dürfen.

 

Nur, wir haben auch verschiedene Probleme zu lösen und die, die werden leider von Jahr zu Jahr zahlreicher. Bedauerlicherweise helfen nur sehr wenige Personen bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für die Allgemeinheit mit. Aus welchem Grund? Wir sind zufrieden zu Hause im trauten Heim, gehen manchmal nach Thun, wo etwas los ist und lassen Oberhofen hinter uns … wir fragen uns nicht, wie unsere Zukunft, unser Zusammenleben dereinst in Oberhofen aussehen könnte. Weshalb interessieren sich nur ein paar wenige Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner für unser Gemeinwohl, weshalb kommen nur sehr wenige Stimmberechtigte an die Gemeindeversammlung? … und: wo bleiben unsere Jungen?

 

Wo hapert’s? 

Dank der guten Organisation einer Partei wurde an der Urnenabstimmung vom 25. November 2018 teures Bauland zu einem Discountpreis an den Schulverband Hilterfingen verkauft. Und jetzt? Ein Scherbenhaufen! Fehlendes Verkehrskonzept, Wertverluste bei den Hauseigentümerinnen und -eigentümern wegen zu grossem Verkehrsaufkommen und Lärm in der Umgebung des Schulhauses; all dies sind Gründe dafür, dass der Schulhausneubau noch längere Zeit auf sich warten lässt. Ein grösseres Verkehrsaufkommen ist u. a. auch darauf zurück zu führen, dass (Helikopter-)Eltern der Meinung sind, sie müssten ihre Kinder täglich per Auto zum Schulhaus führen, und einige beanspruchen sogar ein Taxi für den Schultransport. Wo bleibt die Erziehung zur Selbstständigkeit? Wo sollen die Kinder lernen, wie man sich auf der Strasse bewegt? Begleitung der jüngeren Kinder durch die Eltern ist wichtig und sinnvoll, und zwar zu Fuss. Wenn in einer der kommenden Gemeindeversammlungen über das Verkehrskonzept des Schulhauses diskutiert resp. abgestimmt werden soll, muss auch über ein Verkehrskonzept für das Barellgut entschieden werden. Es geht nicht nur darum, punktuell über ein Verkehrskonzept zu entscheiden, nein, eine Gesamtschau ist erforderlich und nur sie wird Oberhofen weiterbringen.

 

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Unser Schulhaus ist nicht in einem so schlechten Zustand, dass ein Neubau dringend notwendig wäre. Es gibt Alternativen, die Projektgruppe mit der «grünen Wiese» hat eine davon aufgezeigt. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Es ist falsch zu glauben, dass man gute Lehrkräfte nur aufgrund einer guten Infrastruktur findet. Massgebend ist eine gute Zusammenarbeit unter den Lehrkräften sowie mit den Eltern und den Behörden. Oberhofen bietet mehr als nur ein luxuriöses Schulhaus, denn nicht ohne Grund wurden wir zur schönsten Gemeinde der Schweiz auserkoren. Wir haben viele Arbeitstätige, die es schätzen, in Oberhofen ihren Beruf ausüben zu können.

 

Die Präsidenten aller Parteien haben nach Konsultation ihrer Mitglieder am 27. Januar 2020 einstimmig mitgeteilt, nicht mehr ein «Geschäftsführermodell», zu unterstützen sondern schlagen vor eine Gemeindeschreiberin/einen Gemeindeschreiber als Nachfolge der ehemaligen Geschäftsführerin anzustellen. Ein entsprechender Entscheid liegt aber in der Kompetenz des Gemeinderates, darüber sind die Parteien orientiert worden. Das richtige Modell muss auf die Stelleninhaber abgestimmt werden und muss auch den Gegebenheiten wieder angepasst werden und soll nicht für eine längere Zeit unverändert beibehalten werden. Grundsätzlich liegt es an den einzelnen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, ihren Bereich zu führen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, dies kann nicht Aufgabe einer Geschäftsführerin oder eines Geschäftsführers sein.

 

Seit Jahren wird über das Turmhaus diskutiert, Arbeitsgruppen wurden eingesetzt, Abklärungen getroffen … Resultate sind jedoch keine bekannt. Es ist an der Zeit, dass wir Nägel mit Köpfen machen: Verkauf im Baurecht oder Renovation. Was bringt uns mehr? Eine Renovation wird – je nach Art der Renovation – zwischen 1 und 2 Mio. Franken kosten. Diese Kosten können nicht durch Mietzinseinnahmen gedeckt werden. Also müsste sich die Gemeinde erneut verschulden. Der Verkauf im Baurecht wäre eine Variante, die uns von evtl. grossen Renovationskosten entlasten würde. Das ehemalige Legat der Turmhausschenkenden kann und muss nicht mehr 1 : 1 umgesetzt werden. Abklärungen zeigen, dass Alternativen möglich sind. Der Verkaufserlös könnte z. B. in eine Stiftung überführt werden.

 

Am 21. Oktober 2019 hat uns der Gemeinderat orientiert, dass er gleich von zwei überraschenden Kündigungen in der Gemeindeverwaltung Kenntnis nehmen musste. Zum einen hat die langjährige Geschäftsleiterin ihre Anstellung gekündigt. Zum anderen hat sich der vorgesehene Kandidat als neuer Leiter Bau noch vor seinem Stellenantritt für eine andere Stelle entschieden. Seither sind die beiden Stellen vakant. Hilfe wurde gefunden in Form externer Personen, die nun tatkräftig mithelfen, dass unsere Verwaltung funktionsfähig bleibt. Das generiert jedoch für die befristeten Mandate von 6 Monaten Zusatzkosten in der Höhe von CHF 145 000.--. Diesen Entscheid hat der Gemeinderat im Rahmen seiner Kompetenz gefällt. Was geschieht anschliessend, wenn wir nach Ablauf dieser 6 Monate immer noch niemanden gefunden haben? Wir hoffen, dass der Gemeinderat, auch wenn es zurzeit viele offene Stellen in andern Gemeinden - vor allem im Baubereich - hat, eine baldige Lösung präsentieren kann. Zu prüfen ist, ob nicht Aufgaben an eine Nachbargemeinde ausgelagert werden können.

 

Liebe Oberhofnerinnen, liebe Oberhofner, bleiben wir auf dem Boden! Wir alle müssen mithelfen, unsere Gemeinde wieder auf Vorderfrau resp. Vordermann zu bringen. Wir leben in einer Demokratie auf die wir alle stolz sein können. Daher mitmachen, Lösungen erarbeiten; unterstützen wir den Gemeinderat, den wir Stimmberechtigten gewählt haben. Für die kommenden Gemeinderatswahlen im Herbst 2020 suchen wir Kandidatinnen und Kandidaten, die mit Berufserfahrung und Fachkompetenz mithelfen, unsere Gemeinde in eine positive Zukunft zu führen. Auch wenn es noch ein paar Monate bis zu diesen Wahlen dauert sollten sich die verschiedenen Parteien bereits heute Gedanken machen, ob sie allenfalls im Alleingang oder mit einer Listenverbindung an den Wahlen teilnehmen wollen. Ohne aktive Werbung und Überzeugungskraft geht nichts! Nehmen wir unsere jungen Wählerinnen und Wähler mit und beteiligen sie an der Gemeindepolitik, denn die Jugend ist unsere Zukunft!